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Warum eigentlich der Gardasee?

Die Frage müsste eigentlich heißen: >>Warum eigentlich nicht der Gardasee?<<

Zugegeben, meine Liebe für den Gardasee und die gesamte Region entwickelte sich erst spät. Das war damals im jahre 2009. Ich mochte Italien schon immer und kannte auch schon etliche Regionen, selbst ein paar Fetzen italienisch gelangen mir.

Dabei blieb es allerdings auch eine lange Zeit. Den Gardasee als solches hatte ich nie auf dem Schirm.

 

Heute, nach zahlreichen Besuchen, ärgere ich mich manches Mal selber, dass ich dieses Paradies nicht schon sehr viel eher erkundet und lieben gelernt habe.

Nur ein Jahr, nachdem ich „meinen“ See entdeckt hatte, lernte ich meine Frau kennen. Und wie es der Zufall so will, teilte Sie meine Leidenschaft für Italien und ganz speziell für den Gardasee. Kein Wunder, denn Sie kennt den Gardasee nun schon seit mehr als dreißig Jahren. Dagegen bin ich noch regelrecht grün hinter den Ohren.

 

Doch warum eigentlich der Gardasee? Genau dieser See und weshalb kein anderer? Was macht ihn so besonders? Was macht Ihn für mich so besonders?

 

Böse Zungen behaupten gern, der Gardasee sei nichts weiter als eine „deutsche Kolonie“ (😊 auguri mia amica Enza). Und in gewissem Maße trifft das auch zu.

 

Man muss ein wenig in der Geschichte graben, um das zu verstehen. Schon Goethe machte seinerzeit hier halt und beschrieb seine Erfahrungen und Eindrücke in seinem berühmten Werk über seine „italienische Reise“. Er war begeistert von diesem See, seinen umgebenden Landschaften, den Menschen, dem gewissen Etwas das der See versprühte. Dies war im Jahre 1786! Und da war der Gardasee noch keineswegs touristisch erschlossen. Ganz im Gegenteil. Es war noch nichts von dem zu sehen, was uns heute dort begleitet. Goethe wanderte auf Hilfswegen, denn die berühmte „Gardesana“ (Anm.: Die Gardesana Occidentale zählt zu den schönsten Küstenstraßen der Welt) war noch gar nicht gebaut. Auch die großen Grand Hotels suchte man vergebens. Und dennoch faszinierte Ihn dieses „Paradies“. Höchstwahrscheinlich aus den selben Gründen wie die Besucher der Neuzeit. Später gehörten große Teile des Sees zu Österreich-Ungarn. Diese Einflüsse spürt man noch heute. Vor allem auch im kulinarischen Bereich. Ein gutes Schnitzel gehört hier ganz selbstverständlich mit auf die Speisenkarte.

 

Später, kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges, entdeckten gerade die Deutschen dieses Fleckchen Erde. Die Menschen waren müde vom Krieg, das deutsche Wirtschaftswunder begann und der Gardasee war, über den berühmten Brennerpass, auch relativ schnell erreicht. Besonders die Süddeutschen, allen voran die Münchener, eroberten den See. Ein wenig überheblich, jedoch augenzwinkernd, wird der Gardasee auch heute als südlichster Stadtteil Münchens genannt.

 

„Das Tor zum Süden“, auch so wird der Gardasee heute gern betitelt. Und das trifft es wohl eher. Hat man die Alpenregion erst einmal hinter sich gelassen, spürt man umgehend eine Veränderung des Klimas und der Vegetation.

 

Wo gerade noch alpenländlicher Baumbestand die Wegesränder zierte, erstrecken sich von hier an südländisch angehauchte Landschaften und auch die ersten Zypressenbäume begrüßen die anreisenden Menschen.

 

Hier beginnt der Süden. Und sofort liegt ein spürbarer Hauch von „Dolce Vita“ in der Luft.

 

Die Halbinsel "Sirmione", im Süden des Gardasees
Die Halbinsel "Sirmione", im Süden des Gardasees

 

Für mich bedeutet der Gardasee jedoch mehr als nur „Dolce far niente“; das Süße nichts tun. Ganz im Gegenteil sogar. Der See beflügelt mich geradezu. Hier erlange ich absolute Entspannung und finde nicht nur eine große Menge an Inspiration, sondern auch mich. Die Suche nach dem eigenen Ich. Dem Sein.

 

Wenn ich mich an einem lauen Sommerabend an das größtenteils flach abfallende Ufer begebe, mich niederlasse, dazu ein Gläschen Vino genieße, den Blick `gen Horizont ans gegenüberliegende Ufer schwenke, den Grillen beim Zirpen zuhöre und den sanften Wellen des in der Nacht ruhenden Sees lausche, dann versinke ich in Gedanken. Dann versinke ich in mir selbst. Ich verspüre Ruhe, tiefe Ruhe und eine innere Zufriedenheit.

 

Dann bin ich ganz bei mir. Weit weg von dieser Welt. In diesen Momenten zähle nur ich und ich danke Gott dafür, dass er mir diese Momente schenkt.

 

Mehr brauche ich in diesen Momenten nicht. Diese Ruhe, diese Zufriedenheit bedeuten für mich wahren Luxus. Ein Reichtum, wie es nur die Natur vermag zu schenken. Gerne teile ich diese Momente. Mit Freunden, mit lieben Menschen. Ich lade jeden Menschen von ganzen Herzen dazu ein diese Momente mit mir und anderen zu teilen.

 

Diese Momente, jene Augenblicke haben auch etwas sehr Spirituelles für mich. Ich bin da. Eins mit der Natur. Vor allem aber auch eins mit mir. Aus diesen Erlebnissen ziehe ich meine Kraft und meine Inspiration.

 

Abendlicher Blick, aus der Region Pai, am Ostufer des Sees
Abendlicher Blick, aus der Region Pai, am Ostufer des Sees

 

Wenn wir an den Gardasee kommen, ist es weniger ein Gefühl des Urlaubs machen. Nein, vielmehr ist es ein Gefühl des nach Hause kommen.

 

Wir haben uns in all den Jahren ein breites Netzwerk aufgebaut. Bekannte, Geschäftspartner, Kunden, Freunde, Familie. Ein großer Kreis liebenswerter Menschen. Und wir freuen uns jedes Mal auf jeden Einzelnen von ihnen.

 

Aus dieser großen Verbundenheit, dieser Liebe zu dieser Region ist auch mein Künstlername entsprungen. „Benaco“, eine Wertschätzung dieser für uns einmaligen Region, welche uns so wahnsinnig viel bedeutet.

 

 

 

Elvis Presley sang einmal: „Home is where the Heart is“. Und genauso ist es. Hier fühlen wir uns zu Hause, denn unser Herz ist immer hier. Per sempre!

 

Kommentare: 6
  • #6

    Sabine K. (Samstag, 28 April 2018 21:28)

    Wunderschön geschrieben!

  • #5

    Maja Stegemann (Dienstag, 24 April 2018 20:05)

    Wunderschöner Kommentar samt tollen Bildern. Am Liebsten käme ich gleich auch an den Gardasee!
    Bin Hobbyfotografin und freue mich immer wieder an guten Bildern. Liebe Grüsse aus der Schweiz ..... buona serata

  • #4

    Familie S. (Dienstag, 24 April 2018 09:19)

    Hallo,
    schöne Bilder. Bald geht es auch für uns wieder los. Wir sind immer im Norden des Sees unterwegs. Meist in Arco und Torbole.

    LG

  • #3

    Michael M. (Montag, 23 April 2018 22:16)

    Wir waren dieses Jahr zum ersten mal am Gardasee. Wir kommen wieder.

    Gruß Michael

  • #2

    Susanne G. (Montag, 23 April 2018 22:06)

    Hi,
    habe Ihren Blog gerade auf Facebook entdeckt. Liest sich interessant. Bin auf weitere Geschichten gespannt. Auch wir machen gerne an "unserem" See Urlaub. Danke!

    LG, Susi

  • #1

    Lothar E. (Montag, 23 April 2018 21:55)

    Hallo und vielen Dank für diesen Beitrag. Uns erging es damals beinahe genauso. Das war in den 60er jahren. Der Gardasee begleitet uns seitdem ein Leben lang.